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Aus Spaß wird Ernst - Harry Potter Intermedial
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Filmmuseum Düsseldorf
J. K. Rowling

Die erste zauberhafte Begegnung im Zug
In einem Zug vom Londoner Bahnhof King's Cross nach Schottland sitzen Peter und Anne, auf dem Weg zum Armeedienst in der Navy. Weil Anne friert, leiht er ihr seine Jacke. Die beiden verlieben sich, heiraten ein Jahr später und am 31. Juli 1965 kommt ihre erste Tochter Joanne zur Welt.

Links

 • J. K. Rowlings Website
 • Christopher Little
Rückblickend beschreibt Joanne K. Rowling ihr kindliches Ich mit den Worten, die sie in ihrem Erfolgsroman "Harry Potter und der Stein der Weisen" für die Kinderbilder des dicken Dudley Dursley wählt: "so etwas wie ein Strandball, der Bommelhüte in verschiedenen Farben trug".

Früh übt sich
Schwester Dianne ist knapp zwei Jahre jünger als Joanne. Die Rollenverteilung zwischen den beiden ist klar: Dianne ist mit ihren dunklen Haaren und Augen die Schöne, Joanne folglich die Schlaue. Die beiden lieben und hassen sich, aber spielen doch gemeinsam die Theaterstücke, die Joanne sich ausdenkt.

Die Grundschulzeit in Winterbourne liebt die kreative Joanne: Sie töpfert, zeichnet und schreibt Geschichten. In dem Jahr, als ihre Eltern aufs Land ziehen, stirbt Joannes Lieblings-Großmutter Kathleen, in deren Gedenken Joanne später die Mittelinitiale "K" annimmt, als ihr Verlag vorschlägt, ihren Vornamen mit Initialen abzukürzen – aus Sorge, dass Jungen keine von Frauen geschriebenen Fantasybücher lesen. Rowling soll es Recht sein, schließlich haben auch zwei andere berühmte Fantasy-Autoren ihre Romane mit Initialen veröffentlicht: J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis.

Nachbarjungen und fliegende Autos
In die Harry-Potter-Romane fließen viele Kindheitserlebnisse Rowlings ein: So wohnt in der Nachbarschaft ein Junge namens Ian Potter, dessen Nachnamen sie schön findet, insbesondere weil ihre Mitschüler über ihren eigenen oft Witze machen: "Rowling Stones" und "Rowling Pin" (Nudelholz) wird sie genannt. Weiter inspiriert der Nachbarsjunge sie nicht, entgegen dessen späterer Behauptungen.

Der türkis-blaue Ford Anglia ihres Schulfreundes Sean Harris steht in "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" Pate für das bemitleidenswerte Vehikel Mr. Weasleys, mit dem Ron und Harry zur Zauberschule fliegen, nachdem sie den Hogwarts-Express verpasst haben. Harris ist auch der zweite Harry-Potter-Band gewidmet.

Nach ihrem Schulabschluss studiert Joanne ab 1983 an der University of Exeter an der Südküste Englands. Auf Raten ihrer Eltern wählt sie das Fach Französisch, ein Schritt, den sie später bereut. Da sie englische Literatur bevorzugt, hat sie wenig Spaß am Studium, genießt aber dennoch das Austauschjahr in Paris. Nach dem Abschluss arbeitet sie u. a. einige Zeit für Amnesty International.

Die zweite zauberhafte Begegnung
1990 nimmt Rowlings Leben schließlich die entscheidende Wendung: Auf einer Zugfahrt von Manchester zum Londoner Bahnhof King’s Cross, wo sich einst ihre Eltern kennen gelernt haben, spaziert Harry Potter in ihr Leben; ein kleiner Junge mit schwarzen Haaren und einer gezackten Narbe auf der Stirn, der ein Zauberer ist – und dies nicht weiß. Weil sie keinen funktionierenden Stift bei sich trägt, muss sie der spontanen Eingebung in ihrem Kopf weiter Gestalt verleihen. Kaum daheim angekommen, verwirft sie sofort den Erwachsenenroman, an dem sie gerade arbeitet, und verbringt ihre freien Stunden damit, der Geschichte des vom Schicksal auserwählten Zauberlehrlings Gestalt zu verleihen.

Durch den frühen Tod ihrer Mutter an Multipler Sklerose am 30. Dezember 1990 wird für Rowling die Arbeit an der Geschichte von Harry Potter zur Trauerarbeit. Den Jungen, der keine Eltern mehr hat, versteht die Autorin nun umso besser.

Um auf andere Gedanken zu kommen, geht Joanne nach Portugal. Hier lernt sie den Journalisten Jorge Arantes kennen, verliebt sich, heiratet und bekommt ihre erste Tochter Jessica. In der Ehe fühlt sich Joanne nicht wohl und kehrt deswegen 1993 als alleinerziehende Mutter nach England zurück.

Den Roman "Harry Potter und der Stein der Weisen", den sie immer mal wieder für längere Zeit vernachlässigt hatte, stellt sie dann in England hastig fertig. Rowling lebt kurzzeitig von Sozialhilfe und möchte als Lehrerin arbeiten, aber vorher die Geschichte beenden. Als Alleinerziehende nutzt sie jeden Moment, in dem Tochter Jessica schläft. Sobald das kleine Mädchen im Kinderwagen träumt, eilt sie in das nächste Café, um zu schreiben. Wenn die Kreativität nachlässt, wechselt Joanne in ein anderes Café: "Ich finde, das beste Café zum Schreiben ist gerade voll genug, dass man nicht weiter auffällt, aber auch nicht so voll, dass man schließlich einen Tisch mit jemandem teilen muss, der versucht, Kapitel zwanzig kopfüber mitzulesen". Am liebsten schreibt sie abends und dann die ganze Nacht lang.

Die Pottermanie beginnt...
Von dem fertigen Buch schickt sie die ersten drei Kapitel an Agenten. Der erste schickt diese uninteressiert zurück. Der zweite Agent, Christopher Little, möchte jedoch das ganze Buch lesen. Im August 1996 flattert dann ein Angebot des Buchverlags Bloomsbury ins Haus. Mit einer Starauflage von 500 Exemplaren wird "Harry Potter und der Stein der Weisen" 26.06.1997 veröffentlicht. Im gleichen Jahr sichert sich der Hamburger Carlsen Verlag die Rechte für die geplanten sieben Bücher.

Während die ersten beiden Bände bereits respektable Erfolge werden, kommt die weltweite Pottermanie erst mit dem dritten Band, Harry Potter und der "Gefangene von Askaban", ins Rollen. Bis zum siebten und letzten Band, der 2007 erscheint, verkauft Rowling weltweit mehr als 400 Millionen Exemplare, die in 67 Sprachen übersetzt werden.

2001 heiratet die Autorin den Arzt Neil Murray, mit dem sie zwei Kinder, David Gordon und Tochter Mackenzie Jean, hat.
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